VDMA-Einheitsblatt 23902 — eine Erfolgsgeschichte

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Systematische Überprüfung des VDMA-Einheitsblattes 23902 „Gussstrukturbauteile in Windenergieanlagen“ zeigt den Erfolg auf.

Das VDMA-Einheitsblatt 23902 ist eine Leitlinie für den Bruchmechanischen Nachweis von Planetenträgern aus hochfestem Gusseisenwerkstoff EN-GJS-700-2 nach EN 1563 unter Verwendung der Linear Elastischen Bruchmechanik (LEBM), das im Jahr 2013 veröffentlicht wurde und 2014 als Neuauflage erschien.

Zweck dieser Leitlinie ist es, die Randbedingungen und Eingangsparameter für die Anwendung des bruchmechanischen Festigkeitsnachweises, auch die an Planetenträger angepasste Anwendung der bruchmechanischen Methoden in einer einheitlichen und abgesicherten Form für Planetenträger aus hochfestem Guss EN-GJS-700-2 darzustellen.

Vorausgegangen war eine unterschiedliche Auffassung in der Praxis hinsichtlich des Bauteilsicherheitsnachweises mit bruchmechanischen Methoden im Rahmen der Zertifizierung von Planetenträgern. Ziel sollte die Erstellung einer Richtlinie sein, die durch die Umsetzung vorhandener Erkenntnisse und Erfahrungen eine sichere und wirtschaftliche Abwicklung der Zertifizierung ermöglicht. Der damalige VDMA-Arbeitskreis „Planetenträger“ nahm im Frühjahr 2010 daraufhin seine Arbeiten gezielt auf.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Getriebeherstellern, Hochschule, dem Fachverband Antriebstechnik, der Forschungsvereinigung Antriebstechnik und frühzeitig einbezogenen Zertifizierern bei der Erstellung der Richtlinie führte rückblickend gesehen zu einer hohen Akzeptanz bei der Anwendung der Methode, die in dem Einheitsblatt beschrieben ist.

Während der beiden Sitzungen des Arbeitskreises, die im September und Oktober diesen Jahres stattfanden und die Prüfung der Notwendigkeit einer Revision der Richtlinie zum Inhalt hatten, wurde von allen Seiten bestätigt, dass die vor der Veröffentlichung des Einheitsblattes geführten Diskussionen zum bruchmechanischen Nachweis nicht mehr stattfinden und Einigkeit in der Sache besteht. Lange Diskussionen werden durch die klare Vorgehensweise, die in dem Einheitsblatt beschrieben ist, vermieden. Weiterhin wurde aus der Praxis berichtet, dass die Methode bereits in einzelnen Fällen auch auf Bauteile angewendet werde, die außerhalb des Anwendungsbereichs des Einheitsblattes liegen, z. B. bei Hauptwellen, was eine Erweiterung der Methode darstellt. Das VDMA-Einheitsblatt 23902 findet zudem in der Normung als Diskussionsgrundlage Beachtung.

Der Arbeitskreis sieht aus den Erfahrungen der letzten Jahre keinen akuten Handlungsbedarf, die Richtlinie zu überarbeiten. Es werden dennoch weitere Themen gesammelt, die zukünftig den Inhalt der Richtlinie anreichern können.